Italiens Investitionen in Smart City Projekte

In Italien lagen die Zahlen der jährlichen Investitionen in Smart City Projekte bereits vor der Covid-19-Pandemie bei 520 Mio. € (Stand Ende 2019), was einem Wachstum von 32% im Vergleich zu 2018 entspricht. Vorreiter sind Projekte in den Bereichen Nachhaltige Mobilität und Umwelttechnologien. Das Wachstumspotential von Smart Environment wird insbesondere am Ausbau der Erneuerbaren Energien in den italienischen Städten deutlich, die um +52% im Bereich der Bioenergie, +31% im Bereich der Windenergie und +17% in Bereich der Photovoltaik gewachsen sind.

Ein Großteil der Smart City Projekte in Italien wurde 2019 durch die Aktivierung interner Finanzierung, also durch kommunale Gelder (54%) realisiert. Hinzu kamen Förderungen von den Regionen (51%) sowie nationale Fördermittel (23%). Finanzierungen aus EU-Töpfen haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen (31% aller Smart City Projekte wurden in 2019 durch EU-Gelder mindestens co-finanziert, gegenüber 19% im Vorjahr 2018 und 11% im Jahr 2017).

Italiens Smart City Markt bietet interessante Wachstumschancen. Vor allem im Rahmen internationaler Vorzeigeprojekte – wie der Winterolympiade Mailand-Cortina 2026 – werden besonders hohe Investitionen in Smart City-Konzepte getätigt. Aber auch Public-Private-Partnerships sowie EU-Mittel im Rahmen des Aufbauprojektes NextGenerationEU tragen wesentlich zur Finanzierung von innovativen Smart City-Konzepten bei. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 191 Mrd. Euro, das aus dem europäischen Corona-Wiederaufbaufond „NextGenerationEU“ stammt, erhält Italien durchaus eine mehr als solide Grundfinanzierung für den Aufbau weiterer Zukunftsprojekte. Einem Bericht der Energy Strategy Group des Mailänder Politecnico zufolge lässt sich das zu erwartende Investitionsvolumen von Smart Cities in Italien auf ca. 65 Mrd. Euro beziffern.

 

Mailand Vorreiter unter den Smart City Städten

Der Großteil der Städte Italiens, die Top-Positionen in Smart-City-Rankings belegen, sind im Norden des Landes vorzufinden. Dabei überrascht es wenig, dass im Jahr 2019 das norditalienische Mailand, bereits das sechste Mal in Folge, im Rahmen des „ICity Rank“ zur smartesten Stadt Italiens gekürt wurde. Aber auch die mittelgroßen Städte des Landes wie Florenz (Platz 2) und Bologna (Platz 3) tun sich in Sachen Digitalisierung, Innovationen, Nachhaltigkeit und smarte Infrastruktur hervor und schließen immer näher zu Mailand auf.

Doch natürlich gibt es auch die ein oder andere Hürde bei der Umsetzung neuer Smart City Konzepte. Laut des von DESTATIS in 2020 veröffentlichten „Osservatori Digital Innovation“ werden als größte Schwierigkeiten bei der Implementierung von Smart City Projekten in Italien vor allem die Knappheit ökonomischer Ressourcen sowie exzessive bürokratische Anforderungen angesehen, wobei die befragten Städte aber auch angaben, in 2019 Verbesserung beim Management der öffentlichen Institutionen wahrgenommen zu haben (noch im Jahr 2018 hatten 19% dies als signifikante Hürde angegeben, gegenüber 15% im Jahr 2019).

 

Zielmarktanalyse für die Geschäftsanbahnung Smart City Italien

ITKAM hat hierzu im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogrammes für KMU eine Zielmarktanalyse verfasst. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Die Zielmarktanalyse setzte im Hinblick auf smarte Stadtentwicklungspotenziale in Italien einzelne Schwerpunkte, u. a. in den Bereichen Mobilität, Telekommunikation und Nachhaltigkeit. Vorgestellt werden ausgewählte Projekte, Akteure, Kooperationsnetzwerke und spezialisierte Anlaufstellen. Wie aus der Studie hervorgeht, bietet der italienische Markt im Bereich Smart City einige Besonderheiten, die interessierte Unternehmen beachten und wissen sollten. Neben all den Möglichkeiten und Chancen, die der Markt bietet, müssen jedoch auch verschiedene Markteintrittsbarrieren berücksichtigt und ein adäquater Umgang mit ihnen gefunden werden. Nicht zuletzt dadurch empfiehlt sich für deutsche Unternehmen beim Markteinstieg in Italien über eine Kooperation mit italienischen Unternehmen nachzudenken. Hilfreich kann auch die Kontaktaufnahme zu Behörden und Branchenverbänden sein.

Hier finden Sie die gesamte Zielmarktanalyse Smart City Italien.

Weitere Informationen:
Julia Woyke
Tel.: +49 (0)6251 500 7620
Email: jwoyke@itkam.org

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