Das Projekt FEA-VEE, an dem ITKAM – Italienische Handelskammer für Deutschland e.V. als Partner beteiligt ist, fördert grüne und digitale Innovationen in der Modebranche, indem es Schulungen und Netzwerkaktivitäten anbietet.

In der ersten Phase des Projekts, die im Juni 2022 begann, führten die Partner eine umfassende Analyse des Status quo der Modeindustrie in ihren jeweiligen Ländern durch. Ziel der Analyse war es, Daten über die Bedürfnisse der Branche, die Herausforderungen, denen sich die Unternehmer stellen müssen, sowie die Angemessenheit des Berufsbildungssystems, insbesondere im Hinblick auf grüne und digitale Kompetenzen, zu sammeln.

Die Ergebnisse der Analyse dienen dem Projektteam als Grundlage für die Erstellung von Schulungsmaterialien für Fachleute, Studenten und Auszubildenden im Modesektor.

Die Daten wurden im Rahmen eines Desk Research und mit Hilfe einer Umfrage bei rund 120 Vertretern von Berufsverbänden, Unternehmern, Ausbildern und Studenten in Deutschland, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Spanien erhoben.

Die Analyse des Status quo der Modeindustrie in Deutschland wurde vom ITKAM und VDMD (Verband der deutschen Mode-, Design- und Textilindustrie) durchgeführt.

Die Zahlen der Modebranche in Deutschland

Die Mode- und Textilindustrie in Deutschland ist einer der Branchen, die das Bruttoinlandsprodukt (BIP) am stärksten prägen. Im Jahr 2021 belief sich das Volumen der Branche auf 66,8 Mrd. EUR, rund 1,3 Millionen Beschäftigte waren in der Branche tätig. Der Bekleidungs- und Schuhmarkt ist weltweit der viertgrößte und der zweitgrößte in der Europäischen Union (EU), nach Italien.

Herausforderungen für die Innovation
Die gemeinsam von ITKAM und VDMD durchgeführte Analyse ergab folgende Herausforderungen für die Innovation in der Modebranche in Deutschland:

1) Mangel an qualifizierten Fachkräften

Dieser Fachkräftemangel, der in vielen europäischen Ländern zu beobachten ist, ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt. Laut einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie klagen 42,8% der deutschen Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal im Jahr 2022. Dies ist der höchste Wert in der EU-27: in Italien klagen nur 7 % der Unternehmen über einen Fachkräftemangel.

Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die Generation der sog. “Babyboomer” in den Ruhestand geht. Die dadurch entstehende Lücke kann aufgrund der geringeren Geburtenraten in den Folgegenerationen nicht mehr ausgeglichen werden.
Speziell in der Modebranche beklagen die befragten Unternehmer und Berufsbildungseinrichtungen eine Abwanderung von Talenten in die Länder der großen Marken, wie Italien und Frankreich. Die Tatsache, dass Deutschland bei der Herstellung von technischer Kleidung führend ist und bei “intelligenten” Stoffen eine Vorreiterrolle spielt, scheint nicht auszureichen, um neue Talente anzuziehen bzw. im Land zu halten.
Und schließlich scheinen die in der Branche Beschäftigten noch nicht die digitalen und nachhaltigen Kompetenzen erlangt zu haben, die die Innovation entscheidend vorantreiben kann.

2) Mangelnde Attraktivität der Berufsbildungsgänge

Immer mehr junge Menschen schreiben sich an Universitäten ein, und die angebotenen Ausbildungsplätze bleiben offen. Aktuelle Zahlen belegen dies: zwischen 2007 und 2021 ist die Zahl der Auszubildenden im Textilsektor um mehr als die 50% zurückgegangen (Quelle: Statista).

3) Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Chance und Herausforderung

Der digitale und ökologische Wandel, der sich in der Modebranche vollzieht, stellt sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung dar, was den Erwerb neuer Kompetenzen und die Einhaltung von Vorschriften angeht. Mehrere befragte Unternehmen äußerten die Sorge, dass sie durch die Anpassung an die strengen europäischen Umweltvorschriften auf dem internationalen Markt an Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnten.

Innovationen der Modebranche

Welches sind die neuen Technologien und Trends der Branche?
Die Befragten nannten 3D-Drucktechnologien, das Metaversum und die erweiterte und virtuelle Realität als besonders relevant für künftige Entwicklungen in der Branche.
Im Vergleich zu den übrigen Ländern, die an der Umfrage teilgenommen haben, scheint in Deutschland ein größeres Bewusstsein für die Bedeutung “grüner” Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt vorhanden zu sein. Berufe wie Ökodesigner und Textilbioingenieur sind weiter verbreitet als in den anderen EU-Ländern.

Mehr über die vollständige Analyse können Sie in Kürze auf der Projektwebsite lesen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Sonia Barani

E-Mail: sbarani@itkam.org

Tel: +49 (0) 341 98972513

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