Didacta 2017 in Florenz.

Beim Deutsch-Italienischen Forum in Rom, das von der italienischen Ausgabe der Didacta-Messe 2017 (Weltleitmesse für den Bereich Bildung) präsentiert wurde, haben sich Unternehmen, Schulen, lokale Organisationen und Institutionen gemeinsam drei Tage lang an Ihren Ständen, in Workshops und Meetings dem Thema „Bildung für die Zukunft“ gewidmet.

Am 21. November hat im Palazzo Chigi, in Kooperation mit der Handelskammer Florenz und der DIDACTA Deutschland, das von der ITKAM organisierte 4. Deutsch-Italienische Wirtschaftsforum stattgefunden.
In Gegenwart der Italienischen Ministerin für Bildung, Forschung und Universitäten Stefania Giannini (MIUR), des Staatssekretärs für europäische Angelegenheiten der Regierung des Präsidenten des Ministerrats Sandro Gozi, der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland Dr. Susanne Wasum-Rainer und mit einer Videobotschaft des Ministers des Äuswärtigen Frank-Walter Steinmeier, eröffnete Anna Paola Concia, Senior Consultant Sales Business Development ITKAM, das von ihr organisierte und koordinierte Forum.

In drei Panels wurden die verschiedenen Themen unter dem Sammelbegriff Duale Ausbildung diskutiert: Unternehmen, Schulen und lokale Organisationen lieferten ihre Erfahrungsberichte im Hinblick auf die ersten Reformanstrengungen, welche innerhalb der nächsten zwei Jahre intensiviert werden sollen, bis fast 1,5 Mio. italienische Gymnasiasten damit erreicht werden.

Das erste Panel des Forums: Die Didacta-Messe und neue Ausbildungsmodelle.

Die Fiera Didacta-Messe, welche vom 21. bis 24. September 2017 in Florenz stattfinden wird, wird “vor allem zu einem Ort für den gemeinsamen Austausch” werden, so Prof. Wassilios Fthenakis, Präsident des DIDACTA Verbandes, sie wird zu „einer Brücke zwischen Schule und Unternehmen“, ergänzte Carmela Palumbo, die Generaldirektorin der Bildungsabteilung beim italienischen Ministerium für Bildung, Forschung und Universitäten (MIUR). Für Cristina Giachi, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Florenz wird es „eine großartige Chance für alle.“
Alle Redner sind sich im Hinblick auf neue Bildungsmodelle einig, dass ein qualitativ neuwertiges Ausbildungssystem geschaffen werden muss, man muss sich trauen, das derzeitige Konzept aus dem vergangenen Jahrhundert zu reformieren. Giovanni Biondi, dem President von Indire zufolge, „reicht es nicht veraltete Modelle mit neuen Instrumenten anzugehen. Man muss die Schule der heutigen Zeit und dem heutigen Umfeld anpassen.“ Und das italienische Parlamentsmitglied Simona Malpezzi fügt hinzu: „ich bin gegen das aktuell fehlerhafte Schulsystem. Die Schule ist dann attraktiv für alle, wenn sie die Sprache derjenigen spricht, die Nutzen aus ihr ziehen: wir müssen in neue Lehrstellen investieren.“

Das zweite Panel: die duale Ausbildung, Best Practices und kritische Punkte.

Für Giampiero Falasca, Partner und Leiter des Bereichs „Employment“ bei DLA Piper, befindet sich die duale Ausbildung noch in der Entwicklungsphase, und man kann mehr tun, um sie zu vereinheitlichen, das Panel ist einverstanden damit, dass es sich um eine wichtige Veränderung handelt: sie gibt Schülern und Studenten wichtige Orientierungshilfen, verändert die Lehrmethoden, und bereichert den Erfahrungshorizont und konkrete Arbeitserfahrungen. Sie verbindet die verschiedensten Welten miteinander: Schule, Ausbildungsorte, Unternehmen, lokale Organisationen und Handelskammern.

Im Geschäftsjahr 2015 hat fast jedes zehnte Unternehmen Schüler und Studierende ausgebildet. Doch Fabrizio Landi, der Wirtschaftliche Berater des Bürgermeisters der Metropolitanstadt Florenz lädt auch dazu ein „an die kleinen Unternehmen, die noch nicht für die Ausbildung junger Leute eingerichtet sind, zu denken.“ Und Andrea Pontremoli, Geschäftsführer Dallara Automobili S.p.A., erinnert daran, dass die duale Ausbildungsmethode gerade für kleine Unternehmen großen Wert im Hinblick auf die gemeinschaftliche betriebliche Ausbildung von jungen Leuten birgt: „ in 3 Jahren werden 100 Schüler und Studenten aus unserer Region von einem Pool von 15 Kleinunternehmen ausgebildet, und dass gerade dank der Logik unseres Netzwerks“. Sicherlich ist es dabei nicht unerheblich, dass die Schulen engere Verbindungen zu den lokalen Unternehmen aufbauen. Oscar Pasquali vom MIUR erinnert, dass 40 Best Practice-Beispiele im Bereich duale Ausbildung ausgewählt und verfügbar gemacht wurden, 2 für jede italienische Region, um diejenigen zu inspirieren, die in diesem Bereich tätig sind.

Das dritte Panel: Ausbildung in der Industrie 4.0

Die notwendige Ausbildung zur Bewältigung der mit der digitalen Transformation eingehenden Herausforderungen beginnt im Bereich der Industrie und setzt sich in allen Wirtschaftsbereichen fort. Zwischen 2017 und 2020 sind öffentliche Gelder in Höhe von 700 Millionen dafür vorgesehen, und 200 Millionen Privatinvestitionen für die Entwicklung der dafür notwendigen Kompetenzen; 200.000 Studenten und 3.000 Manager werden dann in den digitalen Themen ausgebildet werden.

“Angesichts dieses Szenarios,“ bemerkt Domenico Mauriello, von der Abteilung Neue Initiativen und (inter-)nationale Projekte des Dachverbands der italienischen Handelskammern Unioncamere, „sehen 76% der Unternehmen leider noch keinerlei Ausbildungskurse für die Industrie 4.0 vor.″ Doch “das Recht auf Ausbildung ist ein Grundrecht”, erinnert Marco Bentivogli, Geschäftsführer des Dachverbands der Mechanischen Industrie in Italien (FIM CISL), „und die Ausbildungszahlen in Italien gehen zurück, während sie andernorts für Berufseinsteiger überall ansteigen.“

Industria 4.0 - forum italo tedesco ITKAM
Am Ende der Veranstaltung unterstreicht der Präsident der ITKAM Emanuele Gatti, dass “der Leitfaden für den Bereich der dualen Ausbildung in Italien dem der Fiera Didacta-Messe entspricht; und im Besonderen aber dessen Kommunikationskonzept. Ein Protagonist der Kommunikationswelt anlässlich der Didacta 2017 wird auch die Italienische Handelskammer für Deutschland sein, die seit eh und je Kommunikator und kultureller Übersetzer zweier unterschiedlicher und doch komplementärer Welten innerhalb Europas, nämlich Italien und Deutschland, fungiert.“

Anna Paola Concia, die sich höchstpersönlich um die Organisation und die Inhalte der Fiera Didacta 2017 kümmern wird, fügt hinzu: “Es wird eine Messe der Fachkenntnisse, der Bildungsindustrie und der Ausbildung werden: wir haben den Ehrgeiz zu einer echten Referenz und zum wichtigsten Ort für den Austauschs in Bildungsfragen für die Mittelmeerstaaten zu werden.”

„Didacta“ – so schloss Präsident Gatti – „wird der Kommunikationsmarkt zwischen den Kulturen, Organisationen und Unternehmen sein, die auf unterschiedlichste und doch komplementäre Weise im Bereich der Bildung tätig sind. Und die Stadt Florenz, mit ihrer renaissancelastigen Geschichte und Ihren traditionellen Handwerksbetrieben, in denen sich im laufe der Jahrhunderte viel praktisches und akademisches Know-how angesammelt hat, ist der perfekte Ort für die Ausrichtung der DIDACTA. So wird in Florenz nun auch ein neuartiges Ausbildungskonzept wiedergeboren, das sich nicht nur auf die Theorie sondern auch auf die Praxis bezieht.”

 

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