Der Nachwuchs im Fokus-ganz nach deutschem Vorbild

Interview mit dem Geschäftsführer der ITKAM, Eliomaria Narducci, für die Wochenbeilage „Fare rete per lo sviluppo“ (Netzwerken und Entwickeln) der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore.

Zu Beginn des Jahres 2016 übernahm Eliomaria Narducci als jüngster italienischer Manager die Rolle des Geschäftsführers der renommierten Italienischen Handelskammer für Deutschland e.V. (ITKAM).

Die bilaterale Vereinigung mit Hauptsitz in Frankfurt am Main agiert auf dem italienischen und deutschen Markt, um Unternehmen aus beiden Ländern bei Ihrer Auslandsentwicklung zu unterstützen. „2015 betrug der lebhafte Handelsaustausch zwischen deutschen und italienischen Unternehmen insgesamt 107 Mrd. Euro.

Zu einem Großteil handelt es sich dabei um den Export italienischer Agrar-, und Lebensmittelprodukte nach Deutschland, doch die Außenhandelszahlen wachsen auch in den Bereichen Präzisionsmechanik, Mechatronik, Tourismus und im Bereich der chemischen Industrie“, kommentiert Eliomaria Narducci. „Unsere Tätigkeit im Bereich Wirtschaftsförderung und Unternehmensberatung (Exportförderung und sektorspezifische Cluster, Beratung im Bereich Messeteilnahmen, Organisation bilateraler Events, PR und Kommunikation, Unterstützung in Rechts-, und Verwaltungsfragen, Teilnahme an europäischen Ausschreibungen) umfasst sowohl die eher traditionellen Bereiche des Made in Italy als auch die innovativen und technologischen Bereiche.

Unter den wichtigsten Initiativen der ITKAM finden sich dieses Jahr vor allem Projekte in den Bereichen Elektromobilität und Biotechnologie sowie Projekte im Bereich der dualen Ausbildung. Zusammen mit einer Delegation von Unternehmern, Universitätsvertretern und Vertretern von Forschungszentren aus Baden-Württemberg, dem Bundesland, in dem in Deutschland jede dritte Maschine produziert wird, wurden im Mai in der Lombardei und dem Piemont, die neusten Entwicklungen im Bereich innovativer Fahrzeugbau und nachhaltige Mobilität vorgestellt. Für die Biotechnologieindustrie hingegen ist Hessen, mit seinen 225 Biotechnologieunternehmen die beste Referenzregion. B2B Treffen und Schwerpunktworkshops sind die produktivste Methode um internationale Abkommen für industrielle Entwicklung auf den Weg zu bringen: die Delegation „Biotech made in Campania“, welche in Kooperation mit Biocam Scarl lief, brachte deutsche Akteure nach Neapel, um die Handelsbeziehungen zwischen deutschen und kampanischen Biotech-Unternehmen und kampanischen Biotech-Forschungsinstituten zu verbessern.

„Außerdem beschäftigt sich die ITKAM mit dem Thema der dualen Ausbildung“, so Eliomaria Narducci, „einer Neuerung, die mit dem neuen vom italienischen Parlament bereits bestätigten Gesetzesdekret zur Schulregelung zu tun hat.“ In Zusammenarbeit mit den Deutschen Handelskammern hat die ITKAM bereits viel Expertise über das duale System in Deutschland akquiriert, woraus sich ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kammerdachverband Unioncamere entwickelte.

Darüber hinaus wurde das duale Ausbildungsmodell Schule-Arbeit beim alljährlichen Deutsch-Italienischen Wirtschaftsforum der ITKAM im Detail vorgestellt. Das duale Ausbildungsmodell sichert Deutschland einen dynamischen Arbeitsmarkt und bietet jungen Arbeitnehmern in Deutschland großartige Möglichkeiten für den Einstieg in das Berufsleben.
“Ich selbst“, schließt Eliomaria Narducci, „bin der lebende Beweis dafür, dass es -in Deutschland- bereits der Norm entspricht, auf den Nachwuchs zu setzen.“

Intervista Elio Narducci supplemento Boxmedia Sole24ore

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