So berichtet die deutsche Presse über die italienische Justizreform (und ihre Auswirkungen auf die Investoren)

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Mehr als 130 deutsche Unternehmer nahmen an dem Event am 12. März in Frankfurt teilbei dem der Italienische Justizminister Andrea Orlando zu Gast war.

Im Rahmen des ersten ITKAM Colloquium erläuterte der Italienische Minister deutschen Unternehmern die Zahlen und Details der kürzlich durch die Regierung Renzi durchgesetzten Justizreform und verdeutlichte,welche Chancen diese Reform für Unternehmen mit sich bringt.

„Unsere Regierung setzt nun andere Schwerpunkte. Statt den aufsehenerregenden Prozess und den politischen Streit um einige Verfahrensdetails in den Mittelpunkt zu stellen, geht es uns um das Funktionieren der gesamten Justiz“, sagte der 46 Jahre alte Orlando. “ Uns geht es um die Erfahrungen des kleinen Unternehemers oder des Bürgers mit einem Erbschaftsprozess. Dahinter stecken die großen Zahlen der Prozesse und diese Art von Verfahren haben Auswirkungen auf die Wirtschaft.“

Auch ITKAM-Präsident Emanuele Gatti bekräftigte in seinem Beitrag beim ITKAM Colloquium, dass „die Justizreform in Italien eines der wichtigsten Elemente des gesamten Reformpakets der italienischen Regierung ist. Die Gewissheit über die korrekte Anwendung des Rechts ist eine wichtige Grundlage für jeden Investor.“

ITKAM Colloquia“ ist eine von der Italienischen Handelskammer für Deutschland organisierte Veranstaltungsreihe, die das Ziel verfolgt, deutsche Unternehmer und Investoren über die Veränderungen in Italien zu informieren. Das erste ITKAM Colloquium mit dem Titel „Die italienische Justizreform und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Italien“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni, der Frankfurt School of Finance and Management und der internationalen Kanzlei Watson Farley & Williams organisiert. Im Post von letzter Woche berichteten wir über das Programm des Events.

Der Bericht des italienischen Fernsehsenders Rainews über das ITKAM Colloquium

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Von den Chancen für die Investoren bis zur Digitalisierung der Justiz: So porträtiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Italienischen Minister

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), eine der im Ausland am meisten gelesenen deutschen Tageszeitungen, widmete dem Italienischen Minister Orlando nach seinem Auftritt beim ITKAM Colloquium einen lange Artikel mit dem Titel „Italiens beharrlicher Justizreformer“. Autor des Artikels ist der Journalist Tobias Piller.

Orlando ist bewusst, dass die Justiz die nächste große italienische Reformbaustelle geworden ist und dass neue Investitoren nur dann ins Land kommen, wenn Italien nicht mehr berüchtigt ist für ewige Prozesse von zehn und 15 Jahren.

Der Artikel verdeutlicht auch die einzelnen Phasen, die zur Nominierung von Andrea Orlando als Justizminister geführt haben:

Die Ernennung von Orlando zum Justizminister der Regierung des Ministerpräsidenten Matteo Renzi erschien anfangs wie eine Verlegenheitslösung, als der Staatspräsident die Ernennung eines Staatsanwalts zum Verantwortlichen des Justizressorts verweigerte. Orlando zeigte sich zunächst zurückhaltend und verzichtete auf die flammenden Parolen, mit denen sich mancher Vorgänger zu profilieren suchte. Mittlerweile zeigt er sich mit dem Profil des beharrlichen Reformers, und er will nun auch in Deutschland die Unternehmer davon überzeugen, dass Italiens Justiz bald kein Investitionshindernis mehr sein werde.

Am Ende widmet Piller sich in einem langen Absatz auch noch der Digitalisierung der Italienischen Justiz.

Die größten Erwartungen setzt Orlando allerdings in der Verlagerung der Prozesse ins Internet und den Computer, den „Processo telematico“, wie er in Italien genannt wird. Vorladungen, Schriftsätze der Prozessparteien und Urteile kommen nun nur noch über ein zertifiziertes System von Mails. Nachdem die Zahl der anhängigen Zivilprozesse in Italien 2009 fast die Schwelle von sechs Millionen erreicht hätte, sieht der Justizminister seit 2014 erste Zeichen einer Besserung: Die Zahl der neuen Zivilverfahren sei gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 1,8 Millionen gesunken. Für die Zahl der anhängigen Verfahren, im Juni 2014 noch 4,9 Millionen, wurde für den Sommer 2015 die Zielmarke von 4,6 Millionen gesetzt.

Lesen Sie den Artikel „Italiens beharrlicher Justizminister

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