Mattia Corbetta vom Italienischen Ministerium für Wirtschaftsentwicklung: „Die wichtigsten Maßnahmen zur Förderung von Start-ups in Italien“

Italien ist für Start-up-Unternehmen wesentlich attraktiver geworden. Es sind  Kreativitättolle Ideen und Maßnahmen vorhanden, die denjenigen, die ein innovatives Konzept haben und damit ein neues Business starten möchten, das Leben leichter machen.“

Wir trafen den 28-jährigen Mattia Corbetta, Mitglied des Italienischen Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung, bei „Italian Start-ups meet Berlin“, der Veranstaltung, die italienische Start-ups in die Botschaft nach Berlin brachte [hier das Video]. Mattia berichtete uns über eine ganze Reihe von Maßnahmen, die die Regierung zur Unterstützung von Start-ups auf den Weg gebracht hat. Es handelt sich um Maßnahmen, die den gesamten Lebenszyklus eines Start-ups berücksichtigen: „Es gibt Maßnahmen ganz unterschiedlicher Natur (steuerliche, finanzielle, bürokratische) für die Gründung, den Wachstumsprozess, die Kapitalansammlung und eventuell auch die Auflösungsphase eines Unternehmens.“

Ein Eintrag im Register für Start-ups, der die Begünstigungen gewährleistet

„Ein Italiener, der gerne ein innovatives Start-up gründen möchte“, erklärt uns Mattia Corbetta „kann sein Unternehmen in einer Sonderkategorie des italienischen Handelsregisters registrieren lassen, und zwar online und kostenlos. Die Eintragung in dieser Sonderkategorie ist die Grundvoraussetzung, um von einer ganzen Reihe von Begünstigungen profitieren zu können.“ Ein Beispiel für die Begünstigungen, von denen Mattia Corbetta spricht, ist der Garantiefonds für KMUs, der 80% der von den Banken an Start-ups vergebenen Kredite abdeckt. So will man erreichen, dass die Banken eher bereit sind, höhere Summen für innovative Start-ups bereit zu stellen. Weitere Maßnahmen sind für den Arbeitsmarkt und Investitionen in Start-ups vorgesehen.

„Unterschätzt Italien nicht“

Am Ende baten wir Mattia Corbetta einen Appell an die deutschen Unternehmer zu richten, die beabsichtigen, in Italien zu investieren oder deutsch-italienische Start-ups zu gründen. Hier seine Antwort: „Unterschätzt Italien nicht, kommt zu uns und lernt unsere innovativen Firmen kennen. Ihr werdet auf sehr viele interessante Unternehmen stoßen.“

Das Interview mit Mattia Corbetta: „Die neuen Maßnahmen für Start-ups in Italien“

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Innovative Start-ups: Welche Arten von Begünstigungen gibt es in Italien?

Italien ist für innovative Unternehmen, für Start-ups, wesentlich attraktiver gewordenSeit Dezember 2012 gibt es eine ganz beachtliche und gut strukturierte Reglementierung, die denjenigen, die eine innovative Idee haben und damit ein neues Business starten möchten, das Leben leichter macht. Es handelt sich um Maßnahmen ganz unterschiedlicher Natur (steuerliche, finanzielle, bürokratische), die den gesamten Lebenszyklus eines Start-ups berücksichtigen: die Gründung, den Wachstumsprozess, die Kapitalansammlung und eventuell auch die Auflösungsphase, wenn das Abenteuer Unternehmen doch nicht wie geplant funktioniert. Ein Italiener, der ein innovatives Start-up-Unternehmen gründen möchte oder mit einer interessanten Idee in den Markt einsteigen will, kann sein Unternehmen online kostenlos registrieren. Im Italienischen Handelsregister gibt es eine Sonderkategorie, die speziell für innovative Start-ups eingerichtet wurde. Die Eintragung in diese Sonderkategorie ist die Grundvoraussetzung, um von einer ganzen Reihe von Begünstigungen profitieren zu können, auf die ich jetzt zu sprechen kommen.

Maßnahmen zur Regulierung der Arbeit

  1. Ein Start-up-Unternehmen kann Mitarbeiter mit flexiblen und befristeten Arbeitsverträgen von einer Länge von mindestens 6 Monaten bis höchstens 36 Monaten einstellen, die fortlaufend verlängert werden können. Diese Vertragsformen können 4 Jahre lang, also solange das Unternehmen als ein innovatives Start-up gilt, genutzt werden.
  2. Die Mitarbeiter können neben einem Festgehalt zusätzlich mit einem Bonus bezahlt werden, der sich auf Basis des Erfolgs des Unternehmens berechnet. So werden die Mitarbeiter des Start-ups motiviert, sich noch stärker für den Erfolg der Firma einzusetzen.
  3. Mitarbeiter und externe Berater können auch nach dem Equity-Prinzip (Prozentsatz des Aktienkapitals) anstatt durch ein Gehalt renummeriert werden.

Finanzielle Maßnahmen

  1. Wir sind weltweit das erste Land, das eine Haushaltsordnung für das Crowdinvesting eingeführt hat. Es ist also möglich, öffentliche Gelder (crowd) zu sammeln, indem man die Kapillarwirkung des Netzes ausnutzt, um im Austausch Anteile am Aktienkapital zu erhalten.
  2. Für Start-ups gibt es einen Fonds (Garantiefonds für KMUs), der 80% der von den Banken an innovative Start-ups vergebenen Kredite abdeckt. Das Risiko der Banken bei den Krediten beträgt also gerade mal 20%. So will man erreichen, dass die Banken eher bereit sind, höhere Summen für innovative Start-ups bereit zu stellen.
  3. Seit Dezember können Investoren, seien es natürliche oder juristische Personen, bei direkten Investitionen und indirekten Investitionen, über z.B. eine Investitionsgesellschaft, in innovative Start-ups von erheblichen Begünstigungen profitieren. Genauer gesagt, können sie von der Italienischen Lohnsteuer IRPEF 19% und der Italienischen Körperschaftssteuer IRES 20% der in ein innovatives Start-up investierten Summe absetzen. Handelt es sich bei dem Start-up um ein soziales Unternehmen oder um ein Unternehmen, das im Energiesektor aktiv ist, erhöhen sich die Prozentzahlen auf 27% bei der IRPEF und 29% bei der IRES.

Start-ups zwischen Italien und Deutschland: ein Appell an die deutschen Unternehmer

Unterschätzt Italien nicht, denn unser Land wird immer attraktiver für innovative Businessgründungen. Es sind viele kreative Ideen vorhanden, die zunehmend umgesetzt werden und das Start-up-Panorama in unserem Land immer attraktiver und interessanter werden lassen. Kommt zu uns und lernt diese Firmen kennen. Ihr werdet auf sehr viele interessante Unternehmen stoßen.

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