Unternehmergeschichten: „So habe ich die ehemalige italienische Werksstatt genutzt, um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen“

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Heute erzählen wir eine Unternehmergeschichte, die uns ganz besonders beeindruckt hat. Nicht nur deshalb, weil sie zwei uns sehr am Herzen liegende Elemente, nämlich Handwerkstradition und Innovation,miteinander vereint, sondern auch weil sich hinter dieser Geschichte etwas Besonderes verbirgt, das sich zu erzählen lohnt.

Beginnen wir der Reihe nach. Zunächst berichten wir über L.G.Rein Unternehmen aus Rom, das seit 2007 Brillen produziert, die ausschließlich von Hand und von Handwerksexperten gefertigt werden. Aber vor allem möchten wir dann später erzählen, wie es zur Gründung des Unternehmens kam, das heute 2 Millionen Euro Umsatz im Jahr verbucht.

Die Geschichte von Luca Gnecchi Ruscone, einem jungen Unternehmer aus Rom

L.R.G. steht für Luca Gnecchi Ruscone, einen jungen Unternehmer aus Rom, Jahrgang 1982. Seine Geschichte beginnt im Jahr 2005 in Asmara, in Äthiopien. Hier besucht Luca während einer Urlaubsreise ein Brillengeschäft, das einst seinem Großvater gehörte, der von 1930 bis 1970 in Afrika gelebt hatte. Der junge Mann aus Rom entdeckt im Geschäft eine Kiste mit einer Sonnenbrille, die aus der Kolonialzeit stammt und vor 50 Jahren aus Italien importiert worden war. Fasziniert vom eleganten Design nimmt er die übrig gebliebenen Brillenteile mit zurück nach Italien.

Die wunderbaren Formen des Brillenmodells, das ich in dem ehemaligen Brillengeschäft meines Großvaters in Äthiopien entdeckt hatte, brachten in mir sofort Erinnerungen an die Romantik einer längst vergangenen Epoche hervor. Die Verbindung zweier Welten: das abenteuerliche Afrika vereint mit der Faszination und dem Glamour des italienischen Designs. Ich kehrte also in die ehemalige italienische Werkstatt zurück, um eine Brillenlinie zu entwerfen, die diese zeitlose Eleganz widerspiegelte“, erzählt Luca Gnecchi Ruscone.

Die Nachricht über die besondere Entdeckung verbreitet sich schnell. Luca Gnecchi Ruscone wird von sehr vielen Menschen kontaktiert, die sich für genau diese Art von Sonnenbrille interessieren. Daraufhin macht er die Hersteller der in Asmara gefundenen Brille ausfindig und eröffnet die Werkstatt, die bereits seit 1968 geschlossen war, wieder. Er beginnt mit der Produktion einer kleinen Menge von Brillengestellen, verwendet für die Herstellung nur hochqualitative Materialien und wendet ausschließlich die Handwerksmethoden an, die auch für die Herstellung der Originalmodelle genutzt worden waren.

Von den Seiten der Vogue zum Vertrieb in ganz Europa

An dieser Stelle beginnt die Erfolgsgeschichte. Binnen kürzester Zeit erhält er seinen ersten Auftrag und verkauft seine Produkte an die exklusivsten Modegeschäfte in ganz Europa.

2007 erobern seine Brillen die Seiten der renommierten französischen Zeitschrift Vogue. Zu der Zeit überarbeitet Luca auch seine Entwürfe und erweitert seine Kollektion. Die Teilnahme an der Messe Silmo im Jahr 2008 dient als offizielle Markteinführung seines Brands L.G.R. Seither arbeitet L.G.R mit den weltweit besten Brillenherstellern und Optikern zusammen und behauptet sich als eine der exklusivsten Marken.

Handwerkstradition und Innovation

„Die Herstellung der L.G.R.-Produkte wird ausschließlich von italienischen Handwerksexperten ausgeführt, die sich jahrelang auf die Handwerkskunst spezialisiert haben. Diese Arbeit verlangt große Sorgfältigkeit, nur ein jahrelang trainiertes Auge ist in der Lage, eine solche Brillanz zu erzielen.“

Das Geheimnis des Unternehmens liegt also darin, die traditionellen Werte der italienischen Handwerkskunst mit Materialien der neuesten Generation zu verbinden. Das positive Ergebnis dieser Verbindung spiegelt sich in den Unternehmenszahlen wider…

Die Zahlen von L.G.R.

  • 20.000 produzierte Brillen pro Jahr
  • 7 Mitarbeiter, Agenten ausgenommen
  • 2.000.000€ Umsatz in 2012

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