Luciano Rizzi: “Für Investitionen ist Italien der sicherste und dynamischte Landwirtschaftsmarkt im europäischen Mittelmeerraum”

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Von der Nachhaltigen Landwirtschaft bis hin zu Erneuerbaren Energie, von Tierzucht bis hin zu Landmaschinen. Die Internationale Landwirtschaftsmesse in Verona bietet bei Ihrer nächsten Ausgabe diegesamte Bandbreite der landwirtschaftliche Themen – sie steht für Transversalität

Eine Präsentation der 111. Ausgabe, die vom 6. bis  9. Februar 2014 in Verona stattfinden wird,  bieten wir heute dank des Interviews mit dem Brand Manager Luciano Rizzi.

Zahlen und Meinungen zum italienischen Landwirtschaftsmarkt

Bevor wir auf das eigentliche Interview eingehen, hier einige auch von Rizzi zusammengefasste Zahlen und Aussagen, die die Bedeutung und das Potential des italienischen Landwirtschaftsmarktes unterstreichen:

  1. Erneuerbare Energien in der Landwirtschaft: bis Ende 2012 hat sich Italien – mit 850 betriebenen Anlagen, einem Gesamtumsatz von 2,5 Milliarden Euro und einem jährlichen Produktionspotential von 5,6 Milliarden Kubikmeter grünem Brennstoff – auf dem 2. Rang nach Deutschland platziert, das mit derzeit mehr als 7.000 Biogasanlagen auch technologisch Vorreiter ist [Quelle: Osservatorio sulle Agroenergie]
  2. Der Lebensmittelbereich, in seiner gesamten Bandbreite, erlebt derzeit eine sehr positive Nachfrage, nicht zuletzt dank des weltweit positiven Image des Made in Italy, verbunden mit herausragender Qualität und Einzigartigkeit der Produkte.
  3. Italien ist und bleibt der sicherste und dynamischte Landwirtschaftsmarkt im europäischen Mittelmeerraum: Investieren bedeutet hier Profite einzustreichen.

Luciano Rizzi: “Auf der Fieragricola präsent sein, um Innovations- und Investitionsmöglichkeiten zu verstehen”

Luciano Rizzi

 

Fieragricola wird als “International Agricultural Technologies Show” definiert. Können Sie uns die wichtigsten Ausstellungsbereiche der Messe erläutern?

Vorab eine kurze Bemerkung, um Fieragricola richtig einordnen zu können: Transversalität, d.h. hier steht die gesamte Bandbreite landwirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen zur Show. Daher sind unsere Zielgruppen landwirtschaftliche Unternehmen, Züchter, Futtermittelproduzenten, Anbieter von Agrotourismus, Produzenten von Bioenergie, Tierärzte, landwirtschaftliche Dienstleister und Händler von Landwirtschaftsmaschinen. Und genau diese Bandbreite ist unsere Stärke.

Bzgl. der Ausstellungsbereiche, möchte ich unterstreichen, dass die Messeleitung ein neues Layout präsentiert, das dem Besucher den Messerundgang erleichtern wird.

In Halle 1 präsentiert sich die Vielfalt an landwirtschaftlichen Betrieben, die sich den Dienstleistungen und Produkten im Bereich „Agrotourismus“ widmen.

In Halle 2 sind die Bereiche Nachhaltige Landwirtschaft und geschützter Anbau (mit Fokus Fertigation, Gewächshaus und der Sonderausstellung zum Hors-sol-Anbau) untergebracht. Themen, die auch in Deutschland und Österreich Geschäftsmöglichkeiten versprechen.

Auf den Tagungen während der Veranstaltung stehen drei Thematiken im Mittelpunkt: Gewächshäuser (innovative Technologien im Dienste der Produktivität und Nachhaltigkeit), Phytopathologie beim Anbau im Gewächshaus (mit Fokus auf die besten phytopathologischen Lösungen) und die Arbeitssicherheit im Bereich Gemüse- und Pflanzengärtnern.

Die Halle 3 widmet sich der gesamten Breite an Erneuerbaren Energien in der Landwirtschaft (Photovoltaik, Solar, Wind, Kleinwasserkraftanlagen, feste und pflanzliche Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplung, Regeneration), mit besonderem Fokus auf das Biogas. Gemäß dem Osservatorio sulle Agroenergie steht Italien Ende 2012 mit 850 betriebenen Anlagen, einem Gesamtumsatz von 2,5 Milliarden Euro und einem jährlichen Produktionspotential von 5,6 Milliarden Kubikmetern grünem Brennstoff in Europa an zweiter Stelle hinter Deutschland, das mit mehr als 7000 Biogasanlagen auch technologisch Vorreiter ist.

In den Hallen 6 und 7 werden „schwere“ landwirtschaftliche Maschinen und Ausrüstungen zu sehen sein, inklusive einer Ausstellung der innovatisten internationalen Herstellerfirmen. Dort findet man alles von Maschinen für den Anbau, den Transport und die Ernte bis hin zu Motoren und technischen Komponenten sowie Anlagen und Ausrüstungen zur Bodenbonifizierung.

Die Halle 8 ist der Viehzucht “live” gewidmet, in der die internationalen Viehschauen wie die europäische Meisterschaft des Braunviehs und die International Open Holstein Show zur Hauptattraktion werden. Die Aufmerksamkeit gilt neben den Tieren der Tiergenetik, denn die italienischen Stiere sind mit Blick auf ihre grundlegenden genetischen Merkmale weltweit führend.  Natürlich kommen auch die Themen Rindfleisch und Schweinezucht nicht zu kurz auf der Fieragricola, denn gerade diese Bereiche entwickeln sich gut, zudem setzt insbesondere Deutschland auf die Stärke in diesen Bereichen.

Die Hallen 10 und 11 hingegen stellen die Ausrüstungen, Maschinen und Produkte rund um die Viehzucht in den Mittelpunkt, womit der Themenbereich Viehzucht der Halle 8 weiter gestärkt wird, d.h die Viehzucht ist und bleibt einer der Grundpfeiler der Veranstaltung.

In den Hallen 4 und 5 präsentiert sich der neue Ausstellungsbereich ‚vigneto e frutteto‘ (Obst- und Weinanbau).  Hier stellen die ausstellenden Unternehmen ihre Traktoren, Spezialfahrzeuge für den Wein- und Obstanbau, isodiametrische Traktoren und Raupenschlepper,  aber auch Produkte, Ausrüstungen, Dienstleistungen und Pflanzengenetik für den Obst- und Weinanbau zur Show.   Auf dem Außengelände gibt es technische Vorführungen von Spezialmaschinen. Im Bereich der Maschinen für den Obst- und Weinanbau bestätigt Italien mit einem Anteil von rund 80% des Exportes in Wert und Volumina seine Vorreiterrolle.

Fieragricola bietet den Besuchern zudem einen kompletten Überblick über den Dienstleistungssektor im Landwirtschaftsbereich: chemische Analysen, Informatik und Softwareprogramme für die Landwirtschaft, Wissenschaft, Versicherungen, Banken, Telekommunikationsunternehmen, Fachpresse, Institutionen und Verbände werden präsentiert.

Können Sie uns drei gute Gründe nennen, warum ein deutsches oder österreichisches Unternehmen auf der Fieragricola ausstellen sollte

Da gibt es viele Gründe.

Zuallererst ist die geografische Nähe Österreichs und Deutschlands nicht zu unterschätzen – im Gegenteil – sie spielt eine strategisch, wichtige Rolle. Gerade diese geografische Nähe ist für den Export von innovativen Technologien besonders wichtig. Hier beziehe ich mich insbesondere auf den Maschinenbau, aber auch auf den Bereich der Erneuerbaren Energien. Die italienische Landwirtschaft durchlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel, so weitreichend wie dies kaum in einem anderen Bereich zu beobachten ist. Der  Lebensmittelbereich  in seiner gesamten Bandbreite erfährt derzeit eine sehr positive Nachfrage, nicht zuletzt dank des weltweit positiven Image des Made in Italy, verbunden mit herausragender Qualität und Einzigartigkeit der Produkte. Veronafiere, die als Messegesellschaft 45% Marktanteil an sämtlichen Lebensmittelveranstaltungen in Italien hat, ist eine optimale Plattform für die dynamischen Entwicklungen gerade im Lebensmittelbereich, die auf der Fieragricola, aber auch auf den anderen Veroneser Veranstaltungen Siab, Eurocarne, Sol&Agrifood und Vinitaly präsentiert werden.

Mit Blick auf dem Primärbereich ist eine Tendenz der Unternehmenskonzentration, eine Entwicklung wie in ganz Europa zu beobachten, d.h. die Zahl der landwirtschaftlichen Unternehmen nimmt weiter ab. Die Zahlen aus 2010 bestätigen einen starken Rückgang gegenüber  dem Jahr 2000 (-32,4%), wobei der Rückgang der Unternehmen nicht einhergeht mit einem Rückgang der Anbauflächen, die bei 12,9 Millionen Hektar  (-2,5%) innehalten.

Wir können also keine Verweisung von Anbauflächen beobachten, ganz im Gegenteil: die durchschnittliche Anbaufläche steigt (7,9 Hektar, +44,2%), auch die Zootechnik verläuft in die gleiche Richtung.
Diese Entwicklung bedeutet im Umkehrschluss für die Landwirte sich zu erneuern, zu diversifizieren und zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, insbesondere gegenüber nordeuropäischen Landwirten. Auf der Kehrseite der Medaille heißt dies, dass die ausstellenden Unternehmen hier ihren Wettbewerbsvorteil präsentieren können.

Somit ist es für landwirtschaftliche Unternehmen aus Deutschland und Österreich strategisch wichtig, diese Gelegenheit auf der Fieragricola nicht zu verpassen.
Mit Blick auf den Bereich der Erneuerbaren Energien ist insbesondere im Umkreis von 350km von Verona ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen, hier wird seitens der Unternehmen aber auch dank finanzieller EU-Ressourcen investiert, was zur Vorreiterrolle der Region in ganz Europa beiträgt».

Erläutern Sie uns in Kürze das Profil eines klassischen Fachbesuchers von Fieragricola (Beruf, Nationalität, Grund des Messebesuches)

Dank der auf der Messe gesammelten Daten lässt sich ein detailliertes Profil des klassischen Fachbesuchers von Fieragricola erstellen.

Zahlen der letzten Ausgaben in 2012:

  • über 30% waren landwirtschaftliche Unternehmer
  • 7,3% Tierzüchter
  • 7,4% Agroenergieunternehmer
  • 6,1% Händler
  • 5% Herstellerfirmen von Maschinen und Technologien

Die ausländischen Fachbesucher, die einen Anteil von 15% an der gesamten Fachbesucheranzahl verzeichnen, kommen aus 82 Ländern, stark vertreten sind Slowenien, Deutschland, Österreich, Serbien, Kroatien, Schweiz, Rumänien, Frankreich und Großbritannien.

Diese Zahlen und die Entwicklung des landwirtschaftlichen Marktes Italiens als einen der sichersten und dynamischten im europäischen Mittelmeerraum gewährleisten bereits einen Profit und führen sicherlich zu einem weiteren Anstieg der Aussteller aus Deutschland und Österreich bei der Fieragricola in Verona.

 

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