Die soziale Genossenschaft Arteviva: „Solidarität und gegenseitige Unterstützung, um den Schwierigkeiten des Marktes entgegen zu wirken“

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„Es ist schön zu wissen, dass wir den starken Wettbewerb und die innovativen Herausforderungen des heutigen Marktes gemeinsam bewerkstelligen und dabei die Solidarität und das Prinzip der Gemeinsamkeit immer an erster Stelle stehen.“

Dieser Satz vom Vorsitzenden Marco Astolfi spiegelt sehr schön die Idee der sozialen Genossenschaft Arteviva wider. Über genau diese Genossenschaft, ihre Ziele und ihre Governancestrukturen wollen wir heute im Rahmen unserer Beobachtung des sozialverantwortlichen Unternehmens  berichten. Die soziale Genossenschaft Arteviva organisiert Zirkuspädagogik-Events für Kinder und Jugendliche in Südtirol. Aber was ist Zirkuspädagogik genau? Bei den Übungen der Zirkuspädagogik stehen Spiel- und Sozialisierungserfahrungen an erster Stelle. Die Übungen sollen dazu dienen, bestimmte Fähigkeiten der Kinder zu stärken. Als Hilfsmittel dienen verschiedene, aus dem Zirkus bekannte Medien wie z.B. Jonglier- und Gleichgewichtsutensilien.

„Die Genossenschaft Arteviva verfolgt das Ziel, den Charakter der Kinder so zu stärken, dass sie mit den Risiken, denen sie später einmal ausgesetzt sein werden, besser umgehen können. Wir sind überzeugt, dass bestimmte Spielerfahrungen, die die Kinder in einer behüteten Umgebung erleben, ihren Sinn für Zusammengehörigkeit und gegenseitigen Respekt sowie ihr Selbstbewusstsein und ihre Kreativität stärken.“

So berichtet uns Mauro Astolfi, Vorsitzender von Arteviva, im Interview über die Aktivitäten und Ziele der sozialen Genossenschaft aus Bozen. Auch ihn haben wir natürlich nach seiner persönlichen Definition des Begriffs „soziales Unternehmen“ gefragt.

„Wir glauben, dass das Hauptziel eines sozialen Unternehmens darin besteht, soziale Dienstleistungen und Produkte anzubieten und dabei sozial Benachteiligte oder Personen in sozialer Notlage mit einzubeziehen.“

Wer seid ihr und was ist eure Mission (euer Hauptziel)?

Unsere soziale Genossenschaft ist eine Art Amateursportverein, also eine gemeinnützige Organisation, die im Bereich Zirkuspädagogik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aktiv ist. Die Genossenschaft Arteviva versucht, Kinder und Jugendliche mit Hilfe der Aktivitäten unserer Kurse so zu stärken, dass sie mit den Risiken, denen sie später einmal ausgesetzt sein werden, besser umgehen können. Wir sind überzeugt, dass bestimmte Spielerfahrungen, die die Kinder in einer behüteten Umgebung erleben, ihren Sinn für Zusammengehörigkeit und gegenseitigen Respekt sowie ihr Selbstbewusstsein und ihre Kreativität stärken. Die Übungen der Zirkuspädagogik fördern die motorischen Fähigkeiten und sorgen so für physisches Wohlbefinden. Gleichzeitig sind die Übungen ein sehr wirkungsvolles pädagogisches Hilfsmittel. Wir wollen unsere Kursteilnehmer dazu bringen, sich dem Gemeinsamkeitsprinzip zu öffnen, aber dabei gleichzeitig sie selbst zu bleiben. So können sie zu sozialem Wohlbefinden beitragen.

Mit welchen Strategien versucht ihr eure Mission umzusetzen?

Die Genossenschaft Arteviva setzt ihre Mission mit Hilfe von Vorführungen und Sozialisierungsevents um, bei denen Übungen mit Jonglier- und Gleichgewichtsutensilien gezeigt werden. Außerdem realisieren wir Zirkuspädagogik-Projekte in Schulen, um den Lehrern die positiven physischen und psychischen Effekte dieser Art von Pädagogik näher zu bringen. So haben sie die Möglichkeit, das Gelernte in ihren Turn- und Sportunterricht einzubringen.

Wie finanziert ihr euch?

Wir finanzieren uns durch unsere, das ganze Jahr über stattfindende Zirkuspädagogik-Workshops, unsere Zirkuswochen während der Sommerferien und unsere Vorführungen bei Vereinsfesten und anderen öffentlichen Veranstaltungen.

Welche Rechtsform habt ihr für euch gewählt und weshalb?

Wir sind eine soziale Genossenschaft, da wir eine soziale Dienstleistung anbieten, von der wir Gründer hundertprozentig überzeugt sind. Wir arbeiten immer alle zusammen und fühlen uns vereint durch unseren Einsatz, unsere Bemühungen und unsere Leistungsfähigkeit. So erreichen wir unser gemeinsames Ziel. Es ist schön zu wissen, dass wir den starken Wettbewerb und die innovativen Herausforderungen des heutigen Marktes gemeinsam bewerkstelligen und dabei die Solidarität und das Prinzip der Gemeinsamkeit immer an erster Stelle stehen.

Wie würdet ihr eure Governancestrukturen charakterisieren?

Wir arbeiten viel daran, ein gewisses Vermögen aufzubauen, damit auch in Zukunft das Prinzip des gegenseitigen Austauschens innerhalb unserer Genossenschaft weiterhin an erster Stelle steht. Der gegenseitige Austausch soll unsere Mitglieder motivieren, stets nach neue Herausforderungen zu suchen, unsere Position auf dem Markt immer neu zu definieren sowie interessante Dienstleistungen und Produkte zu erwerben, die zu einer Verbesserung unseres Programms beitragen. Nur so werden diejenigen, die unsere Angebote in Anspruch nehmen, auch weiterhin mit uns zufrieden sein.

Zukunftsaussichten: Wo seht ihr euch selbst in 3- 5 Jahren?

Wir beabsichtigen, unser Programm auf alle Altersgruppen auszuweiten. Wir wollen Projekte für Senioren sowie körperlich behinderte und sozial benachteiligte Menschen realisieren. Außerdem planen wir, noch mehr Zirkuspädagogik-Projekte in Kindergärten und Schulen durchzuführen und so Lehrern, Erziehern, Kindern und Jugendlichen die vielen Möglichkeiten der Zirkuskunst näher zu bringen. Denn die Übungen der Zirkuskunst sorgen nicht nur für physisches und psychisches Wohlbefinden, sondern eignen sich auch sehr gut als pädagogisches Hilfsmittel zur Unterstützung einer gesunden und ausgeglichenen Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Was ist eure Definition von sozialen Unternehmen? Würdet ihr euch selbst als solches definieren?

Wir glauben, dass das Hauptziel eines sozialen Unternehmens darin besteht, soziale Dienstleistungen und Produkte anzubieten und dabei sozial Benachteiligte oder Personen in sozialer Notlage mit einzubeziehen. Ein soziales Unternehmen handelt in Bezug auf sein Dienstleistungsangebot vollständig autonom, seine Gründer nehmen also ein ziemlich großes wirtschaftliches Risiko auf sich. Neben fest Angestellten gibt es auch ehrenamtliche Mitarbeiter. Das soziale Unternehmen verpflichtet sich, alle Interessengruppen in seine Aktivitäten mit einzubeziehen. Der Gewinn wird nicht an die Mitglieder verteilt, sondern für Investitionen zu Gunsten der Fortbestehung des Unternehmens genutzt. Wir sehen uns auf jeden Fall als ein soziales Unternehmen. Technisch

  • Name der Organisation: Cooperativa sociale, culturale, sportiva e dilettantistica Arteviva ONLUS
  • Adresse: Via Resia 14, I-39100 Bolzano
  • Name des Ansprechpartners: Mauro Astolfi

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