Mario Guidi: Wie wir 500.000 italienische Agrarunternehmen ins Ausland bringen

Aufgrund der derzeitigen schlechten Lage des italienischen Inlandsmarkts sind die Agrar- und Lebensmittelunternehmen gezwungen, sich weltweit zu orientieren. Sie nutzen also das zu ihrem Vorteil, was andere als Risiko sehen.

Mario Guidi ist Präsident des Verbandes der italienischen Landwirtschaft  „Confagricoltura. Dem Verband gehören mehr als 500.000 italienische Agrarunternehmen an, das entspricht 40% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Italiens.

In Bezug auf die Chancen einer Internationalisierung der Agrar- und Lebensmittelunternehmen hat Guidi ganz konkrete Vorstellungen: Die italienischen Firmen müssen die Möglichkeit haben, Beziehungen aufzubauen, die ihnen dabei helfen, in die internationalen Märkte einzusteigen. Wenn sie nicht über die entsprechende Unternehmensgröße verfügen, sollten sie sich zusammenschließen.

Und wie? Indem sie Unternehmensnetzwerke aufbauen, und zwar im Rahmen genau dieser Internationalisierungs-Events. So ziehen sie die Aufmerksamkeit auf diesen so wichtigen Sektor der italienischen Wirtschaft.

Seine konkreten Vorstellungen verdeutlichte Guidi auch in seinem Vortrag während des Events „Traditionsreiche Produkte der italienischen Esskultur“ am 6. Februar [hier geht’s zum Post über das Event und zur Photogallery]:

„Dieser Abend ist dazu gedacht, Käufer und Verkäufer zusammen zu bringen, ganz einfach.”

Mario Guidi: Der Verband der italienischen Landwirtschaft „Confagricoltura“ und die Internationalisierung der Unternehmen

 

Präsentation: Confagricoltura in Zahlen

Confagricoltura ist ein Berufsverband, der die Unternehmen des Agrarsektors vertritt. Es handelt sich um den ältesten Verband Italiens, der auf über 100 Jahre Geschichte zurückblickt und mehr als 500.000 Mitglieder zählt. Wir sind ein allgemeiner Genossenschaftsverband, wir vertreten also alle Arten von Unternehmen und sind in allen Produktionszweigen aktiv (vom Weinbau bis zum Obst- und Gemüseanbau, von der Ölherstellung bis zur Käseproduktion).

Fast 40% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Italiens werden von Mitgliedern des Confagricoltura betrieben, mit einer durchschnittlichen Wertschöpfung, die proportional 40% der ca. 28 Milliarden Euro der gesamten Agrar-Wertschöpfung entspricht.

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Wie wichtig ist der Export für die Mitglieder von Confagricoltura?

Extrem wichtig. Der italienische Inlandsmarkt, der unsere Produkte zwar sehr schätzt, durchläuft derzeit eine Krise und ist oft nicht in der Lage, die hohe Qualität unserer Produkte dementsprechend zu vergüten. Daher ist es notwendig, dass die Unternehmen sich weltweit orientieren, damit sie das zu ihrem Vorteil nutzen, was andere als Risiko sehen.

Um dabei erfolgreich zu sein, müssen die Firmen ihre Business-Beziehungen mit den ausländischen Unternehmern weiter ausbauen. Nur so können sie die bereits eroberten Marktanteile konsolidieren und neue dazu gewinnen. Außerdem ist es notwendig, sich zusammenzuschließen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Produktionsmengen, Dienstleistungsangebote und Promotion-Aktivitäten zu verbessern. Genau daran arbeitet Confagricoltura derzeit und fördert vor allem neue Arten von Netzwerkverträgen, die den Unternehmern die Möglichkeit bieten, sich auch für internationale Promotion-Projekte zu bewerben.

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Wie sehen die Internationalisierungs-Strategien für die KMUs der Agrar- und Lebensmittelbranche aus?

Unsere Unternehmen denken zunehmend mehr in Richtung internationale Märkte.

Die von Confagricoltura organisierten Treffen dienen dazu, mehr Aufmerksamkeit auf einen sehr wichtigen Wirtschaftssektor zu ziehen und genau die Faktoren zu fördern, die die Unternehmen zu Initiatoren auf den internationalen Märkten machen. Deshalb werden die Unternehmer verschiedener Länder, bzw. ihre Herstellungsprozesse und die Qualität ihrer Produkte einerseits und die unterschiedlichen Märkte sowie die Eigenschaften und Nachfrage der Verbraucher andererseits, einander vorgestellt.

Diesbezüglich ist Confagricoltura also die Anlaufstelle für ausländische Unternehmer, die Kontakte zu den weltweit brillantesten Firmen des „Made in Italy“  aus der Agrar- und Lebensmittelbranche knüpfen wollen.

[Das heutige Event weist] eine positive Bilanz in Bezug auf mehrere Aspekte auf. Ein Aspekt ist die wunderbare Location, in die uns der Botschafter eingeladen hat. Diese Einladung verdanken wir der Zusammenarbeit mit der Italienischen Handelskammer für Deutschland, mit der Confagricoltura bereits seit 2007 zusammenarbeitet. Inzwischen hat sich die Partnerschaft in eine volle Mitgliedschaft verwandelt.

So wurde ein Event ins Leben gerufen, bei dem der gute Geschmack im Vordergrund stand und das verdeutlichte, wie man aus den hochqualitativen italienischen  Agrarprodukten herausragende Speisen kreiert. Große Unterstützung erhielten wir dabei von Sarah Wiener. Vor allem aber diente das Event dazu, die italienischen Unternehmen in erster Linie mit deutschen Einkäufern, aber auch mit Einkäufern anderer Länder, die die Messe Fruit Logistica besuchten, zusammen zu bringen.

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