Ein Europaprojekt verdeutlicht, wie man durch die Investition in erneuerbare Energien Profit erwirtschaftet

Wichtigstes Ergebnis: Mit der Installation von Anlagen zur Produktion von thermischer und elektrischer Energie von mindestens 21 MW aus erneuerbaren Quellen wird es das GBE-Factory-Projekt auf einen geschätzten Gegenwert von mehr als 70.000.000 Euro bringen.

Es handelt sich um beträchtliche Zahlen, die dank der Umsetzung einer Reihe von Aktivitäten zur Verbreitung von Know how und Best practices zum Thema „Das eigene Unternehmen zu einem Unternehmen mit  reduziertem CO2-Ausstoß, also einer GBE Factory, machen“ erreicht werden konnten.

GBE Factory steht für nachhaltige Unternehmen

Bei einer GBE Factory kann es sich entweder um ein einzelnes industrielles und /oder gewerbliches Gebäude handeln, in dem der CO2-Ausstoß reduziert werden soll, oder um mehrere Gebäude, in denen Anlagen zur Gewinnung erneuerbaren Energie installiert wurden und welche die gesamte oder einen Teil der gewonnen Energie anderen Unternehmen desselben Industriegebietes zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus können auch stillgelegte Fabriken als GBE Factory fungieren und als lokale Stromversorger für die Produktion von erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Dadurch eröffnen sich neue Geschäftsfelder und neue Arbeitsplätze werden geschaffen. [darüber haben wir im Mai in Verona gesprochen]

Das Prinzip der „Green Blue Energy Factory” verbindet also das Konzept der „Green Energy”  mit dem der „Blue Economy” von Gunter Pauli, einem belgischen Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer und Autor.

Ziel der „Blue Economy”  ist es also nicht, stärker in den Umweltschutz zu investieren, sondern eher weniger Investitionen zu leisten und dafür auf in Wirtschaftsbereichen getätigte Innovationen aufzubauen, in denen bereits in der Natur vorhandene Ressourcen verwendet werden, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und bessere Erträge zu erwirtschaften [siehe auch Wikipedia].

Warum ist das GBE-Factory-Projekt ins Leben gerufen worden?

Um Unternehmen bei der Planung von Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien zu unterstützen, die mit ihrem Unternehmenskonzept vereinbar sind.

Um den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die vorhandenen Fördermittel auszuschöpfen, ihre Energiekosten für Heizung oder Kühlung zu senken und um die Umweltbedingungen der aufgewerteten Industrie- und Gewerbestandorte zu verbessern und so ihren Eigenwert zu erhöhen.

GBE Factory ist ein Europaprojekt, das von „Intelligent Energy Europe” unterstützt wird und an dem öffentliche Einrichtungen, Organisationen und die ESCO der Europäischen Union (Italien, Deutschland, Österreich, Slowakei und Bulgarien) teilnehmen.

Ziel der geplanten Aktivitäten ist Produktion von 21 MW.

Durch eine Public-Private-Partnership werden:

  • in Europa 5 Analysen von Industriegebieten durchgeführt, die durch einen hohen Elektrizitäts-/Wärmeverbrauch gekennzeichnet sind;
  • 10 Geschäftsmodelle für Erneuerbare Energien ausgewählt und genehmigt;
  • 5 Vorschläge für Investitionsmodelle erstellt;
  • Matchmaking-Events für Firmen aus der Branche und Treffen mit Investoren und Banken organisiert;
  • Firmen mit dem GBE FACTORY-Gütesiegel prämiert, das europaweit bekannt ist

Randbemerkung: Am 29. Januar findet in Leipzig ein Matchmaking-Event  statt für Treffen mit Firmen die daran interessiert sind erneuerbare Energiequellen in ihre Industrie- oder Geschäftsgebäude zu integrieren [zum Event].

Randbemerkung n°2: selbstverständlich werden wir auf der Landkarte von ItaliaGermania die prämierten GBE Factory in Germania markieren.

Eine Best Practice einer deutschen Firma die zu 0% die Umwelt belastet.

Best-Practice-Beispiele gibt es bereits viele. Wir zeigen hier das Beispiel der Firma  SOLON, einem globalen Dienstleister im Bereich Solarenergie.

Der 2008 in Berlin neu errichtete Hauptsitz von Solon, wurde mit dem Ziel eines niedrigen Wärme- und Primärenergiebedarfs, bei einer gleichzeitig hohen eigenen Energieproduktion gebaut, ohne dabei flexible Arbeitsbedingungen und das Optimieren von Betriebsabläufen zu vernachlässigen. Es wird eine Reduktion des Energiebedarfs und des CO2-Ausstoßes um 75 Prozent im Vergleich zu einem konventionellen Büro-gebäude erreicht und dabei wird nicht auf Komfort verzichtet.

Viele Einzelmaßnahmen tragen dazu bei: Für die energiesparende Temperierung sind Wasserrohre in die Betondecken integriert – die so genannte Betonkern-Aktivierung. Die Fenster in 3fach-Verglasung bieten eine starke Wärmedämmung. Ein optimaler Sonnenschutz wird durch außen liegende Verschattungselemente und Sonnenschutzverglasung erreicht. Großen Wert wurde auf die Möglichkeit der natürlichen Lüftung über Fenster gelegt. Energie steuert eine gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage mit 210 kWp zu. Diese erzeugt etwa 258 000 kwh/Jahr Strom und speist Überschüsse in das öffentliche Netz ein. Hinzu kommt ein Biogas-Blockheizkraftwerk, das 530 kWth/Jahr erzeugt und dazu noch 230 kWel/Jahr liefert, damit wird die Absorptionskältemaschine im Sommer versorgt.

Die EDV-Gebäudetechnik ist mit einem innovativen Regelungssystem ausgestattet – herkömmliche Lichtschalter wurden kaum noch eingesetzt. Die Mitarbeiter selbst steuern Belüftung, Heizung und Licht über computergestützte Touchpanels – bedarfsgerecht, effizient und verantwortungsvoll, während ein System von drahtlosen Sensoren die Rahmenbedingungen für die Sicherstellung der Betriebsoptimierung überwacht.

Die Anlage in Zahlen

  • Leistung der gebäudeintegrierten Photovoltaikanlage: 210 kWp
  • Leistung Biogas-Blockheizkraftwerk: 530 kWt/Jahr, 230 kWel/Jahr
  • Gesamter Primärenergiebedarf: 98.36 kWh/m²
  • CO2-Einsparung: ca. 600.000 bis 1.000.000 kg/Jahr
  • Fläche: 27200 m² (Verwaltung ca. 8.300 m², Produktion ca. 18.900 m²)
  • Baukosten: 47 Millionen EUR
  • Kapazität: Platz für mehr als 600 Mitarbeiter.
  • Die Solaranlage produziert rund 258,000 kWh Strom pro Jahr.
  • Key- Partner: EGS plan mbH, SFA Schulte-Frohlinde Architekten

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